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Unsere Radiosender

U1, U2 & U3

erzählt von Roland Körnig

Es war die Zeit - etwa 1967 - als man noch mit Kofferradio im Arm durch die Straßen zog. Wir hörten oft RADIO LUXEMBOURG über Kurzwelle im 49m Band. Ich habe noch heute das Schwanken und Pfeifen dieses Senders im Ohr. Auch der DEUTSCHE SOLDATENSENDER war beliebt. "Wir senden täglich um 6.15 Uhr, 12.30 Uhr, 18 Uhr, 20.15 Uhr und 22.30 auf Mittelwelle 935 KHz". Auf UKW, also in besserer Qualität konnte man außerhalb der Wohnung mit ausgezogener Stabantenne nur DDR Sender empfangen. Die spielten aber in diesen Jahren keine Westmusik, also keine Rolling Stones, Beatles, Kinks, CCR, Beach Boys etc. Eines Tages zeigte mir Manfred Votrubec (damals schon ein Elektronikexperte) die Schaltung bzw. den Versuchsaufbau eines kleinen Senders. Diese Schaltung bzw. „Das Grosse Elektronik Bastelbuch“ von Hagen Jakubaschk besitze ich noch heute. Wir bauten uns drei Stück. Und dann ging es los! Platz auf der Skala unserer Kofferradios gab es genügend. Die 4/5 Ostsender zwischen 86 – 100 Mhz störten uns nicht. Trotz der geringen Sendeleitung von ca. 0,3 Watt, vergleichbar mit heutigen schurlosen Telefonen, konnte man uns im Radius bis ca. 500 m hören. Manfred, Michael Lätsch (Läli) und ich, wir wechselten uns ab. Das Programm wurde zunehmend beliebter (die Quoten stiegen). Wir erfüllten sogar einzelne Musikwünsche und der Buchstabe "U" stand für Unterhaltungswelle. Das Betreiben von Sendeanlagen war natürlich auch in der damaligen DDR streng verboten. Nach einigen Wochen stellten wir aus "Sicherheitsgründen" den Betrieb ein. Tja, vielleicht haben die "großen Lauscher" mitgehört, aufgeflogen sind wir jedenfalls nicht? 07.02.2006

 

Das Grundschaltbild unseres Senders 

 


 

 

Legendäres DDR Kofferadio "Stern 111" sowie Thomas Rödel 1968 mit einem "Sonneberg 6000"

Der Laubfrosch Die selbstgenähten Glockenhosen