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Eine Zeichenstunde und ihre Folgen

erzählt von Kurt Eckhardt

Es war in der 8.Klasse, Zeichenstunde bei Herrn Zenker. Wir hatten alle eine Zange mitzubringen, um diese dreidimensional zu zeichnen. Der erste, der zweite Versuch, beim fünften oder sechsten Versuch gab ich auf und malte alle möglichen Strichmännlein auf ein Blatt. Dies blieb natürlich Herrn Zenker nicht verborgen. Folgerichtig seine Frage, warum ich nicht weiter zeichne? Um eine endlose Diskussion zu vermeiden, erklärte er mir, dass ich den Unterricht störe und stellte mich kurzerhand vor die Tür. Da stand ich nun und grübelte darüber nach, wie ich die letzten 30 Minuten hinter mich bringe. Da ich auch Hunger verspürte verließ ich das Schulhaus, begab mich zu dem gegenüber liegenden Bäcker und kaufte mir für 10 Pfennig eine Streuselschnecke. Mit dieser in der Hand begab ich mich auf den Weg nach Hause. Gedanken an die Hausaufgaben machte ich mir in diesem Moment nicht.

 

Der Nachmittag ging vorüber, Muttern kam nach Hause und fragte, ob es was Neues aus der Schule gibt, ob die Hausaufgaben erledigt sind? Natürlich war aus meiner Sicht alles ok. Bis gegen 18.00 Uhr, da klingelte es an der Tür und als ich sie öffnete, stand davor unser Klassenleiter Herr Kircheis. „Ich möchte Deine Mutter sprechen und hier hab ich Deine Schultasche mitgebracht, damit Du morgen nicht sagen kannst, Du konntest keine Hausaufgaben machen.“ Ich nahm die Tasche, sagte meiner Mutter Bescheid und verschwand in meinem Zimmer. So früh, wie an diesem Tag bin ich nie zu Bett gegangen.
So war er, der Herr Kircheis, nett, freundlich, aber auch streng und bei allen Streichen, die es da noch so gab, ein Lehrer, den man auch nach der Schulzeit noch achtet, Respekt zollt. Einfach ein Lehrer, an den man sich immer wieder gern erinnert.

Die Foto AG Hausaufgaben